Nachtfalter & Kaffee

15.Tier:  Der Falter auf dem Weg in die Kaffeeregion

Die Moderatorin Martina Hirschmeier bestaunt den gut getarnten Falter. Wir sind dabei, unseren Unterrichtsfilm über Kaffeeanbau zu drehen und fahren dafür zu den Kaffeeregionen. In Kolumbien gibt es zwar keine Züge, dafür aber Überlandbusse, mit denen man von Ort zu Ort über die Anden kommen kann. Sie sind relativ günstig und zu unserem großen Erstaunen steigen an den Peage-Stationen immer wieder Leute in den Bus ein, die in Kühltaschen verpackte Lebensmittel anbieten, besonders beliebt ist Gebackenes oder eine gekühlte Cola. Die Busse sind genauso ausgestattet wie bei uns: Klimaanlage, Fernseher und Toiletten. Dennoch wird ab und zu Pause gemacht, wie hier auf dem Weg von Medellin nach Pereira an einer Raststätte mitten im Nirgendwo, wo wir unser Tier des Tages finden: einen Falter, der aussieht, als hätte er große Augen auf den Flügeln. Ansonsten hat er sich farblich sehr gut an seine Umgebung angepasst.

Welpe mit Herz

14. Tier: Kleiner Herzensbrecher

Die Moderatorin Martina Hirschmeier ist entzückt von dem kleinen Chiwawa-Welpen. Während in Deutschland die Karnevalssession auf ihren Höhepunkt zusteuert, bin ich froh, dass auch in Cartagena, Kolumbien ein kleines Fest stattfindet. Wegen der großen Hitze ziehen die Menschen es hier jedoch vor, am Abend zu feiern. Selbst dann ist es noch angenehm warm, die Stadt ist bunt geschmückt und neben den üblichen Ständen mit frisch gegrillten Fleisch-Spießen, Obst und Getränken finden sich die Familien ein, nachdem sie in der Kirche waren und gemeinsam gegessen haben. Ein kleines Mädchen hat einen Chiwawa-Welpen geschenkt bekommen. Und ich denke sofort: Nach all den stacheligen Tieren der vergangenen Tage wäre das doch eine schnuckelige Abwechslung. Zum Glück ist das Mädchen sofort bereit, mir den Kleinen für ein Foto zu überlassen. Unser 14. Tier des Tages ist so flauschig und klein, dass ich es nur ungern seiner neuen Besitzerin zurückgebe. Doch das Fest ist noch lange nicht vorbei und jetzt wird erst mal getanzt. Euch allen in der fernen Heimat schöne Karnevalstage!

Motte auf der Mauer

13. Die Motte in Cartagena auf der Festung San Felipe

Ganz ruhig sitzt sie da, die Motte in Cartagena und lässt sich von Martina Hirschmeier begutachten.

Die Festung San Felipe in Cartagena ist sehr alt. Sie wurde 1586, in den Zeiten des Goldrausches, als Schutzmauer vor der Stadt errichtet. Sie diente darüber hinaus auch als Goldlagerstätte. Von hier aus verschifften die Händler das Gold auf direktem Wege in alle Länder, die das gelbe Metall wünschten. Natürlich gab es viele Kämpfe um die wertvolle Ware und somit war die große Festung überlebenswichtig für die Stadt Cartagena. Mein Blick fällt beim Besuch der Festung auf ein Tier, das so aussieht, als ob es auch schon bessere Tage gesehen hat: eine Motte mit abgewetzten Flügeln. Auf der Mauer ist sie jedoch bestens getarnt, dass ich sie auch fast übersehen hätte. Kleiner Tipp: Sie befindet sich in der rechten unteren Ecke des Bildes. Oh je, die Arme sieht so aus, als ob sie nicht mehr besonders gut fliegen könne – aber immerhin hat sie es hier auf die Festung, eine der Hauptattraktionen Cartagenas, geschafft. Ob sie wohl hören kann, was die Mauern ihr für Jahrhunderte alte Geschichten erzählen? Auch die Hitze, es sind bestimmt 35 Grad im Schatten, scheint ihr gar nichts auszumachen. Uns dagegen schon und deswegen machen wir uns auf die Suche nach einem Plätzchen im Schatten und einer Möglichkeit um unsere Wasservorräte aufzufüllen.

Stacheliger Taschenkrebs

12. Tier: Der Taschenkrebs, der nicht in die Tasche passt

Martina Hirschmeier ist überrascht, wie hart und stachelig so ein Taschenkrebs ist.Warum heißen Taschenkrebse eigentlich Taschenkrebse? Das hab ich mich schon immer gefragt. Also werde ich heute am Strand einmal Ausschau halten nach dieser Krebsart. Und es dauert nicht lange, da werde ich fündig. Nun ja, er ist eindeutig ein Taschenkrebs, aber seine Ausmaße sind enorm. Ich nehme ihn vorsichtig hoch, allein dafür benötige ich beide Hände. Und jetzt muss ich aufpassen, dass er mich mit seinen langen Scheren nicht zu fassen kriegt.  Das Kerlchen hier ist ganz schön hart und stachelig, so einen möchte man gar nicht in seiner Handtasche haben. Mein Exemplar stammt aus dem Nationalpark Isla Rosarios und wird sehr wahrscheinlich gleich von einem Fischer an Touristen verkauft. Schade eigentlich – ich hätte ihn gerne wieder ins Wasser zurückgetan. Jetzt weiß ich auch, dass der Name der Krebse von den Einkerbungen am Rand des Panzers herrührt, die wie kleine Taschen aussehen.

Inselbewohner aß noch nie ein Eis

Die Moderatorin Martina Hirschmeier alias Frau Schlaumeier freut sich, eine so muntere Languste anzutreffen.11. Tier: Eine Languste für ein Eis
Wenn man in Isla del Rosarios am Strand sitzt, kann es passieren, dass ein Fischerboot vorbei fährt und einem frisch gefangene Langusten anbietet – direkt vom Meeresboden in den Magen sozusagen. Das ist mir zu direkt, aber toll sieht sie aus, die Languste vom Fischer Manuel. Manuel ist 23 Jahre alt und er erzählt mir, dass er die Inseln noch nie verlassen habe. Er sei noch nicht einmal in Cartagena gewesen. Ich frage ihn, was er gerne einmal essen möchte. Ich komme auf die Frage, da wir schon einige Tage hier sind und der Kokosreis von Anna Rosa mit den frittierten Bananen und dem gegrillten Fleisch zwar immer noch hervorragend schmeckt, aber ich könnte mir vorstellen, dass es etwas einseitig ist, wenn man sein ganzes Leben lang dieses Gericht isst. Und was antwortet mir Manuel auf die Frage? „Ein Eis!“ Er habe eine Werbung im Fernsehen gesehen, dass es wohl so etwas wie einen Becher mit einem Liter Eis gebe – und das möchte er gerne mal probieren. Wow, ich bin wirklich beeindruckt und überrascht zugleich. Im Hinblick auf das heutige Tier des Tages bin ich nur froh, dass diese Languste so frisch und lebendig aussieht. Nicht wie zu Anfang meiner Reise die Kannibalen-Languste im amerikanischen Supermarkt.

Martina Hirschmeier verzaubert

Die Moderatorin Martina Hirschmeier alias Frau Schlaumeier präsentiert stolz ihre zwei Seesterne.10.Tier: Zwei gelbe Sterne aus dem Meer

Für den heutigen Sonntag haben wir uns einen besonderen Ausflug überlegt. Wir wollen tauchen gehen, um auch unter Wasser noch spannende Tiere für Euch zu suchen. Und wir werden nicht enttäuscht. Während der Tour entdecken wir gleich zwei wunderbare, große, gelbe Seesterne auf dem Meeresgrund vor Isla del Rosarios. Sie sehen wie gemalt aus, so perfekt sind sie. Ihr Körper fühlt sich relativ fest an und auf der Rückseite befinden sich ganz viele kleine Fühler, mit denen sie sich fortbewegen. Sie können zwar kurze Zeit ohne Wasser überleben, aber man sollte sie nicht zu lange aus dem Wasser lassen. Also zeige ich sie kurz in die Kamera für das heutige Foto und dann lasse ich sie vorsichtig zurück ins türkisfarbene, warme Wasser gleiten! Gute Reise, kleine Sterne!

Kokosreis und Kaffee

Dieser Einsiedlerkrebs hat die sonst so wagemutige Moderatorin Martina Hirschmeier ganz schön erschreckt. 9.Tier: Die unheimliche Begegnung

Auf Isla del Rosarios etwas zu essen zu finden ist gar nicht so einfach. Die Einheimischen am Strand sind zwar täglich freudig darauf bedacht, einem die selbst gezogenen Perlenketten zu verkaufen, aber einen Supermarkt gibt es nicht. Zumindest habe ich keinen gesehen. Was es aber gibt, ist das Ecotel von Anna Rosa – ein Hotel ohne fließend Wasser und Strom, dafür aber mit wahnsinnig leckerem Essen, welches auf dem selbst gezimmerten Holzgrill gegart wird. Die Variationen sind naturbedingt nicht besonders vielfältig: Es gibt Kokosreis, immerhin selbst angebaute Kokosnüsse, Salat, Pommes aus selbst geschnittenen Kartoffeln und gegrilltes Fleisch oder gegrillten Fisch. Mein Favorit ist das gegrillte Hähnchen. Und weil Anna Rosa so gut kocht und es auch keine wirkliche Alternative gibt, gehen wir jeden Tag zu ihr. Der Weg führt mitten durch den Urwald. Selbstverständlich ohne Licht, Strom ist ja Mangelware auf der Insel. So gehen wir mit unseren Kopflichtern durch den dunklen Wald, der voller reflektierender Spinnen ist, kaum vorstellbar, aber ihre Körper werfen das Licht zu uns zurück. Und inmitten dieses dunklen, blitzenden Waldstücks bewegt sich plötzlich etwas ziemlich Großes vor meinen Füßen. Mir rutscht das Herz in die Hose, denn eine Tarantel ist das Letzte, was ich mir jetzt wünsche. Langsam lenke ich das Licht der Kopflampe hinunter zu meinen Füßen und bin erstaunt, was ich finde: Es ist ein Einsiedlerkrebs! Ein Krebs, der in einer Muschel wohnt. Aber verglichen mit den Exemplaren, die ich schon mal gesehen habe, ist dieser ziemlich groß, vor allem in Kombination mit seiner Behausung. Mit einem Einsiedlerkrebs als Überraschung kann ich leben, dennoch eile ich schnell Richtung Hotelzimmer.

Pfauen in Kolumbien

Martina Hirschmeier ist fasziniert von der Anmut der Pfauen auf Islas del Rosario.8.Tier: Ein Vogel mit Stolz und Anmut
Das Erste, was mir an den Pfauen hier auf Islas del Rosario auffällt, ist ihre unbeschreibliche Anmut. Sie stolzieren umher und scheinen ihre Freiheit mit jeder Feder zu genießen. Kaum an einem anderen Ort auf der Welt können sie so friedlich leben wie hier: vollkommen frei und in ihrer natürlichen Umgebung. Es gibt weder einen Zaun noch ein Gehege, das sie in ihrer Bewegung einschränkt. Soweit ich das überblicken kann, leben sie in einer Gruppe von circa acht Tieren. Wie sie so unter den Bäumen stehen, erscheinen sie mir wie aus einem Traum, geradezu unwirklich. Ihre schöne Federpracht macht deutlich, wie außergewöhnlich diese Vögel sind und welche Pracht und Farben die Natur bereithält. Ich hoffe natürlich, dass einer der Pfauen das für die Vögel berühmte „Rad“ schlägt. Dies machen sie vorwiegend in der Paarungszeit, leider scheinen sie heute nicht besonders paarungswillig, denn der Anblick bleibt uns verwehrt. Obwohl ich schon glaube, dass die beiden hinter mir mächtig miteinander flirten.

Tropische Freundschaft

7. Tier: Rote Freude im DoppelpackMartina Hirschmeier alias Frau Schlaumeier freut sich über die roten Aras.

Neben Gente del Mar finden wir weitere schöne tropische Vögel: rote Aras. Sie sitzen auf dem Dach und schauen sich an, was der liebe lange tropische Tag mit sich bringt. Eigentlich wollten wir auf dieser Reise rote Aras in Peru für Euch suchen. Dort gibt es einen Platz am Amazonas, an dem jeden Tag Hunderte von Aras zum Frühstück auftauchen und danach wieder gemeinsam wegfliegen – ein unglaubliches Naturschauspiel. Doch leider, leider herrscht in Peru momentan Regenzeit. Das bedeutet, es ist zwar Sommer auf der Südhalbkugel, aber das Wasser im Ozean heizt sich so sehr auf, dass es Wolken bildet und diese dann über Peru abregnen. Dieser tropische Regen ist nicht wie unser Regen in Deutschland: Er ist deutlich kräftiger und kann Tage andauern. So einen Dauerregen haben wir einmal in Australien erlebt, es war unmöglich, bei diesem Wetter zu fotografieren oder zu filmen, ohne dass das Equipment Schäden davontrug. Aus diesem Grund haben wir uns gegen Peru als weitere Station unserer Produktionsreise entschieden. Mir tut es jetzt schon Leid um die Bilder der Aras beim Frühstück – umso glücklicher bin ich, dass wir diese beiden freundlichen Kerle hier antreffen.

Martina im Mafiaresort

Martina Hirschmeier versucht sich dem schüchternen Papagei zu nähern. 6. Tier: Der Papagei im Mafia-Resort

Nach dem Schreck vom Vortag verursacht durch die Schlange, freue ich mich heute auf etwas ruhige Abwechslung. Obwohl die heimliche Auskundschaftung eines Mafia-Ortes wahrscheinlich nicht dazugehört. Doch das angebliche Hotel Gente del Mar, das weder Gäste beherbergt, noch über eine wirkliche Rezeption verfügt, schürt meine Neugier. Was ich dann vor Ort treffe, hätte ich nicht erwartet: In dem fast leeren Hotelsalon sitzt ein wunderschöner blauer Papagei – Carolina. Ziemlich einsam muss es hier für sie sein. An Menschen scheint sie kaum gewöhnt zu sein, denn sie ist nicht wirklich zutraulich. Wie auch, waren es doch Menschen, die ihr die herrlichen Federn gestutzt haben, damit sie nicht wegfliegen kann. Einsame, schöne Carolina!