Lehrfilm Brasilien

Was das Vögelchen Martina Hirschmeier wohl ins Ohr zwitschert?!

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

75. Tier: Ein Geschenk der Dankbarkeit

Das Medium, das wir gestern besucht haben, kümmert sich um alle Lebensbereiche der Menschen. Neben ihm arbeitet eine Frau, die sich darauf spezialisiert hat, kinderlosen Paaren Kinder zu schenken. Sie arbeitet ebenfalls als Medium und bietet verschiedene Rituale an, mit denen sie auf wundersame Weise dabei hilft, Babys zu bekommen. Es gibt viele Brasilianer, die dieser Frau sehr dankbar sind, da sie den großen Wunsch nach Nachwuchs erfüllt hat. Aus Dankbarkeit bekommt sie immer wieder Geschenke, die sie auf einem Gabentisch aufgereiht hat. Es sieht aus wie bei einem Kindergeburtstag, nur dass die Menge der Geschenke deutlich größer ist. Neben Torten, Spielzeug und Blumen finde ich diesen kleinen Vogel – Euer Tier des Tages. Mit diesem beeindruckenden Besuch verlassen wir Rio de Janeiro und werden uns morgen aus einer deutschen Kolonie in Brasilien melden – aus Pomerode! Das heißt für uns: Wir steigen gleich in den Flieger nach Florianopolis, also bis morgen!

Glaube im Lehrfilm Brasilien

Martina Hirschmeier zusammen mit einem Medium in Rio.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

74. Tier: Muscheln, die von der Zukunft erzählen

Auf meinen Reisen interessiert mich immer, wie die Menschen vor Ort leben: was sie essen, trinken, womit sie ihre Freizeit gestalten und woran sie glauben. Heute möchte ich herausfinden, was der eine oder andere Brasilianer glaubt. Der Glaube hat schon immer eine wichtige Rolle in Brasilien gespielt und man findet Glaubensrichtungen, die es in keinem anderen Land gibt. Um zu verstehen, woher diese Glaubensrichtungen kommen, muss man sich die Geschichte Brasiliens anschauen. Bevor die Kolonialherren nach Brasilien kamen, lebten die Menschen im Einklang mit der Natur und hatten einen sehr naturverbundenen, animistischen Glauben. Dann kamen die Kolonialmächte und mit ihnen der christliche Glauben und zahlreiche Sklaven aus Afrika, die bislang an Dinge wie Voodoo glaubten. Das Zusammenleben der unterschiedlichen Menschen und ihren Glaubensrichtungen brachte einen bunten Mix an Religionen mit sich. Heute glauben die Einwohner Brasiliens unter anderem daran, dass Medien ihnen helfen können. Und zu so einen Medium gehen wir heute.

Das Medium liest in einer Schüssel mit Muscheln über die Zukunft von Martina Hirschmeier.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

Es schaut für uns in die Gegenwart und Zukunft, dafür nutzt es eine Mischung aus Muscheln und Münzen. Was die Zukunft für mich bereithält, verrate ich nicht, da es Unglück bringen soll. Dafür mache ich die vielversprechenden Muscheln zum Tier des heutigen Tages!

Auf dem Zuckerhut in Rio

Auf dem Zuckerhut entdeckt Martina Hirschmeier kleine Weißbüscheläffchen!

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

73. Tier: Affen rasen durch den … Zuckerhut

Brasilien, Rio de Janeiro, Zuckerhut: Wir sind am Zuckerhut und ich bin auf der Suche nach den bekannten kleinen Äffchen, die es hier geben soll. Wir laufen den Weg hoch zum Zuckerhut, vorbei an der Seilbahn, die lauffaule Touristen direkt bis nach ganz oben auf den Zuckerhut bringt. „Warum heißt der Zuckerhut eigentlich Zuckerhut?“, frage ich mich bei dem Aufgang nach oben. Hier wachsen weder Zuckerrüben noch Zuckerrohr, an der Flora, also den Pflanzen, kann es also nicht liegen. Könnte es vielleicht an der Fauna, also den Tieren liegen? Wir suchen die Äffchen und finden sie recht schnell. Sie haben auffällige weiße Haarbüschel, die vom Kopf abstehen, das gibt ihnen auch den Namen Weißbüscheläffchen. Sie sind wirklich niedlich und leben hier in großen Populationen. Aber Zucker wollen sie nicht haben. Also frage ich unseren Führer, der erklärt mir die Herkunft des Namens: „Auf Portugiesisch heißt der Zuckerhut nicht Zuckerhut, sondern Zuckerbrot, Pao de Acucar! Und der Name Zuckerbrot kommt von der Form des Berges und den ehemals weißen Flecken, die den Berg aus Quarzphyllit bedeckten. Das erinnerte die Brasilianer an ihr berühmtes Zuckerbrot, sodass sie das Wahrzeichen der Stadt Rio de Janeiro so nannten.“ Aha! Gut zu wissen. Die Äffchen sind trotzdem süß und ich freue mich, Euch die niedlichen Kletterer vorstellen zu dürfen.

Rio de Janeiro im Lehrfilm

Ein Hund mit Schuhen! An der Copa Cabana keine Seltenheit, wie Martina Hirschmeier erfährt.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

72. Tier:  „Copa, Copacabana, music and passion were always …  

… the fashion at the Copa …  they fell in love“,  und zwar mit diesem süßen Pudel hier! Die Copacabana: Reisetraum für viele Sonnenhungrige und Brasilien-Fans. Die Copacabana ist ein sieben Kilometer langer Strand mit strahlend weißem Sand, schönen Frauen, frischen Kokosnüssen, modeinteressierten Menschen und modebewussten Hunden! Ja genau, modebewusste Hunde findet man an der Copacabana. Diese Pudeldame führt heute ihre Schuhmode aus. Schick sieht sie aus damit und auf Nachfrage erklärt uns die Hundebesitzerin, dass der Boden hier für die zarten Füße der Hundedame zu heiß sei! Auch beim Menschen hat man an eine Abkühlung für die Füße gedacht: Den Weg zum Strand an der Copacabana läuft man an einem Schlauch entlang, der sehr viele kleine Löcher hat und frisches, kaltes Wasser führt – so gelangt man mit gekühlten Füßen zum erfrischenden Meer. Praktisch, oder? Die Straßenhunde müssen allerdings ohne Beinkleid auskommen und überleben auch.

Lehrfilm Argentinien

Auf den Straßen Argentiniens wird vor Guanakos gewarnt.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

71. Tier: Achtung! Guanakos kreuzen die Straße!

Überlandfahrten in Argentinien finden auf zwei-spurigen Landstraßen statt. Hier finden sich Lkw, die deutlich breiter und länger sind, als bei uns in Deutschland, neben Schlafbussen, die mit ordentlich Karacho über die Piste pesen und Autos, die es in Deutschland schon seit Jahren nicht mehr gibt. Unser Mietauto beispielsweise ist ein Chevrolett Corsa. Erst waren wir sehr erstaunt, dass ein so altes Modell bei Mietwagen-Stationen angeboten wird, bis wir in der Tankstelle die neueste Ausgabe der Argentinischen „Auto, Motor, Sport“ gesehen haben – und staunten nicht schlecht, als eben unser Auto als Neuheit darauf abgebildet war. Und: Ist Euch was aufgefallen? Hier heißt es Chevrolett Corsa und nicht Opel Corsa. Hier fährt beispielsweise auch der Chevrolett Meriva herum, schon lustig, man merkt ganz schön, wie sehr man an unsere Markengebung gewöhnt ist. Der aufmerksame Leser merkt, dass es sich um gefährliche Straßensituationen im Inland handelt. Wir haben selbst einen schlimmen Unfall gesehen und sind sehr froh, nicht darin verwickelt gewesen zu sein. Neben den alten Autos, die teilweise nachts komplett ohne Licht fahren oder ihre Blinker als Lichter nutzen, gibt es eine weitere Gefahr auf Argentiniens Straßen: Guanakos! Also aufgepasst auf Mensch und Tier. Für uns heißt es morgen Abschied nehmen von den tollen Eindrücken hier in Argentinien, denn es geht über Buenos Aires nach Rio de Janeiro weiter!

Buenos Aires im Lehrfilm

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

70. Tier: 500 Katzen im Botanischen Garten von Buenos Aires

Seit Jahren schon lieben die Einwohner von Buenos Aires ihre Katzen. Sie hegen und pflegen sie im Botanischen Garten der Hauptstadt Argentiniens. Irgendwie scheint sich jeder für die Fütterung der Tiere verantwortlich zu fühlen und so haben die Katzen hier ein paradiesisches Leben. Inmitten von tropischen Gewächsen lungern sie im Schatten und warten auf den nächsten freundlichen Einwohner Buenos Aires, der vorbei kommt und sie mit Leckereien versorgt. Im Jahr 2011 hat die Population der Katzen enorme Ausmaße angenommen. 500 Katzen leben mittlerweile hier und es gibt keinen Grund, warum sie weniger werden sollten. Erstaunlicherweise scheinen die Katzen aber nicht die Population der Vögel im Botanischen Garten zu stören. Denn während Kater Pedro hier gemütlich schläft, höre ich jede Menge Vögel! Im Japanischen Garten nebenan gibt es übrigens eine große Koi-Fisch-Kolonie, doch unsere Katze des Tages ist zum Glück so gut genährt, dass sie gar nicht auf die Idee kommt, in fremden Gärten zu fischen.

Die Pampa im Schulfilm

Ganz schön anstrengend, wenn man kein Auto hat. Martina Hirschmeier im Gespräch mit einem Gaucho.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

69. Tier:  Ein vermeintlicher Gaucho mit 3 Pferdestärken

Er braucht vier Stunden für 40 Kilometer – momentan reitet er jeden Tag zu einer Tiermesse, die 1.200 Tiere ausstellt. Die Rede ist von diesem Gaucho, den wir mitten in der Pampa antreffen. Normalerweise sind Tiermessen in Argentinien viel größer: 7.000 Tiere sind keine Seltenheit. Der Gaucho nimmt seine drei Pferde mit auf diesen täglichen Weg, damit er wechseln kann: alle zwei Stunden ein anderes Pferd. Acht Stunden braucht er täglich allein für die Strecke. Das sollte man mal einem Pendler in Deutschland vorrechnen. Aber ihm gefällt es, denn er kennt es nicht anders. Was er auch nicht kennt, ist Internet. Und sich mal eben schnell ins Auto setzen, um zum Supermarkt zu fahren auch nicht. Denn er hat kein Auto mehr – früher hatte er mal eins. Aber heutzutage ist er lieber mit den Pferden unterwegs. Die sind hier unten im Süden Argentiniens auch sehr viel günstiger und zuverlässiger. Die Tankstellen, die wir gesehen haben, sind abends leer oder tagsüber gar nicht beliefert worden. Aber ein echter Gaucho, sagt er, sei er nicht, denn ein Gaucho sei ein böses Wort. Mit Gaucho betitelt man die Ganoven, die früher die Straßen unsicher gemacht haben und Leute ausgeraubt haben – er dagegen ist kein Gaucho, sondern der Mitarbeiter eines Bauernhofes.

Argentinien im Unterricht

Von einer wilden Schönheit sind die Pferde, denen Martina Hirschmeier in der Pampa begegnet.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

68. Tier: Das Glück dieser Erde liegt … 
Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde! Oder genauer gesagt auf dem Rücken dieser wunderschönen Pferde hier in Argentinien. Gerne würde ich mich auf sie setzen und durch diese endlose Weite vor mir galoppieren, bis ganz hinten zum Horizont und noch viel weiter. Doch das wird für immer ein Traum bleiben, denn diese Pferde würden sich das niemals gefallen lassen. Im Unterschied zu unseren Pferden im Stall sind das hier vor mir echte Wildpferde, kreolische Pferde.  Die argentinischen Criollos sind die direkten Nachfahren der Pferde, die Christoph Columbus im 16. Jahrhundert auf den Kontinent mitbrachte. Einige dieser damaligen Kriegspferde flohen, oder wurden zurückgelassen, verwilderten und entwickelten sich somit aus Portugiesern, Berbern und spanischen Pferden (den Andalusiern). In dieser Zeit passt sich die Rasse optimal der Umgebung an, so ist sie bekannt für eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und Dürren. Ich habe noch nie so viele freie Pferde gesehen, es ist ein wunderschöner Anblick. Jedes Pferd für sich ist atemberaubend schön und fit, wenn man Pferde nur aus dem Stall kennt, kann man sich kaum vorstellen, dass diese Tiere auch alleine zurechtkommen, aber das kommen sie. Und die Freiheit steht ihnen gut!

Lehr-DVD über Argentinien

Vorsichtig nähert sich Martina Hirschmeier dem kleinen Fuchs.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

67. Tier: Fuchs, du hast die Gans gestohlen!
Auf der Peninsula Valdes leben Füchse. Echte Füchse! In Deutschland habe ich noch nie einen gesehen und ich kenne sie nur aus Liedern wie „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ oder aus Märchen, wo sie durchaus gefährlich werden können. Und da: Plötzlich steht er vor mir, ein echter Fuchs! Gerade hat er noch die Gans gestohlen und nun steht er vor mir – oh je! Soll ich Angst haben? Nein, ich doch nicht. In San Pedro de Atacama hat mir ein Atacameno, ein Ureinwohner der Atacama-Wüste gesagt, dass die Nomaden dort mit Füchsen leben, sie halten sie als Haustiere. Fast so wie wir Europäer, als wir anfingen, Wölfe zu domestizieren und aus ihnen unsere heutigen Hunde zu züchten. Der Atacameno hatte mir gesagt, dass es wichtig ist, genau zu beobachten, was die Tiere machen – das tue ich auch und bin ganz fasziniert. Sobald der Fuchs merkt, dass von mir keine Gefahr droht, ist er fast zutraulich. Aber ich finde es schon irgendwie ungewohnt. Ein Fuchs ist doch etwas anderes als ein Hund.

Schlaumeier TV trifft Gürteltier

Martina Hirschmeier kann nicht glauben, dass sie ein Gürteltier trifft.

Fotos: Dr. Markus Hirschmeier

66. Tier: Gürteltiere – es gibt sie wirklich!
Ich hätte es nicht für möglich gehalten, eines Tages ein Gürteltier hautnah sehen zu dürfen. Was ist das für eine seltsame Mischung aus Maulwurf, Schildkröte und Borstentier! Auf Spanisch heißen sie Armadillos, was übersetzt: die kleinen Gepanzerten heißt, und absolut zutrifft. Denn die Säugetiere besitzen einen Panzer, der fast die komplette Körperoberfläche bedeckt. Dieser Panzer besteht aus einzelnen Schildplatten, die an verschiedenen Stellen zusammengewachsen sind. Auch ihr Kopf ist durch solche Platten geschützt. Die Ohren laufen, ähnlich wie bei Mäusen spitz zusammen und die  Augen sind sehr klein. Bei Gefahr zieht sich das Gürteltier blitz schnell zusammen und ist durch den Panzer bestens geschützt. Wie eine feste Kugel kann es so fast jeden Angriff von Feinden überleben, einzig dem Jaguar ist es möglich, die harte Schale zu knacken und den Tieren gefährlich zu werden. In bestimmten Situationen kommen den Tieren auch die Beine zugute, diese sind zwar recht kurz geraten, dafür aber mit besonders starken Krallen versehen. Die Gattung der Riesengürteltiere, die bis zu einem Meter lang werden können, zum Vergleich die Kleinsten unter ihnen erreichen gerade einmal eine Größe von 15 Zentimetern, verfügen über die größten Krallen

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

im Tierreich. Mit diesen Waffen können sie ganze Termitenhügel aufbrechen und sogar durch Beton bohren. Mit den Krallen graben die Tiere nach Nahrung, wie Mäusen oder Eidechsen. Für ihre Bohraktionen können sie bis zu sechs Minuten die Luft anhalten. Ich bin absolut verzückt von diesen einzigartigen Kreaturen.