Martina Hirschmeier siegesgewiß

Vom Herrchen des Hundes erfährt Martina Hirschmeier, dass die es nicht mehr weit bis zu den Pinguinen ist.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

55. Tier: Dem Ziel zum Greifen nah!
Die zwei Tage, die wir eingeplant hatten, um nach Valdes zu gelangen, sind nun fast um. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass wir in solch einer Landschaft, wie sie sich entlang der Ruta 251 erstreckt, auf Pinguine treffen sollen. Während einer unserer letzten Pausen, kurz bevor wir Valdes erreichen, machen wir eine tolle Bekanntschaft. Auf dem Rastplatz hat es sich ein Herr mit seinem Hund so richtig gemütlich gemacht. Und sein kleiner Hund genießt nicht nur die Aussicht vom Schoß seines Herrchens aus, sondern auch die frische Luft, die ihm um die Nase weht. Manchmal wünsche ich mir für mein Leben in Deutschland auch ein paar Momente mehr Ruhe und Gelassenheit. Diese beiden hier machen es einem wirklich gut vor, und das immerhin am Straßenrand der Ruta 251. Doch es nicht nur ihr Anblick, der mich erfreut. Vielmehr berichtet mir der Herr, dass er mit seiner Ehefrau gerade aus Valdez zurückkommt. Sofort werde ich hellhörig und spreche ihn auf die Pinguine an, die ich ja hoffe, dort anzutreffen. Und er enttäuscht mich nicht: „Ja, Pinguine gibt es da wirklich viele, und wenn Sie ganz viel Glück haben, dann können Sie sogar den Pinguin-Nachwuchs sehen!“ Jetzt bin ich nicht mehr zu halten, ich springe sofort zurück ins Auto und möchte so schnell es geht, die letzten Kilometer zurücklegen, um endlich meine lang ersehnten Pinguine zu treffen.

Krankheiten im Lehrfilm

Martina Hirschmeier hält eine getigerte Mücke zwischen den Fingern, die das gefährliche Dengue-Fieber übertragen.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

54. Tier: Dengue-Gefahr durch getigerte Mücken!
So schön und vielfältig die Natur in Südamerika  ist – die Vielfalt kann auch Gefahren mit sich bringen beispielsweise in Form von Krankheiten, die wir in Europa gar nicht kennen. Dort, wo es heiß ist und die Vielfalt an Pflanzen und Tieren groß, sind häufig auch vielfältige Krankheiten beheimatet. Neben Malaria gehört das Dengue-Fieber zu den Problemen Südamerikas. Während Malaria durch nachtaktive Mücken übertragen wird, wird das gefürchtete Dengue-Fieber von tagaktiven, getigerten Mücken übertragen. Eine solche Mücke hat sich bei mir niedergelassen – und da sie so gefährlich sein kann, werden alle buddhistischen Vorgaben, kein Lebewesen zu töten, von mir in diesem Moment über Bord geworfen. Hier seht ihr das tote Exemplar einer Tiger-Mücke: Also aufpassen, wenn Ihr tagaktive Mücken in Dengue-Gebieten seht, und lasst Euch in gar keinem Fall von ihnen stechen. Im Gegensatz zu Malaria, gibt es gegen Dengue keine Prophylaxe, die man vorher einnehmen kann und wenn man die Krankheit hat, ist sie sehr schwer zu kurieren.

Wunder am Wegesrand

Eine Seltenheit: Martina Hirschmeier findet ein Kalb mit blauen Augen.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

53. Tier: Das Kalb mit den blauen Augen

Heute ist unser zweiter Tag auf dem Weg zur Halbinsel Valdes. Dafür fahren wir stundenlang auf der Ruta 251 immer gen Süden.  Das Fernstraßennetz in Argentinien ist uralt. Die Struktur wurde bereits in der Kolonialzeit angelegt. Das Besondere: Die ersten Straßen wurden in Form eines Sterns auf die Hauptstadt Buenos Aires ausgerichtet. Entlang der Ruta weiden immer wieder große Rinderherden. Ein Großteil des ehemaligen Reichtums des Landes ist auf den Rinderexport zurückzuführen. Argentinisches Rindfleisch ist weltweit gefragt: Es gehört zu den schmackhaftesten und zartesten Fleischsorten der Welt. Und plötzlich erblicke ich ein ganz besonderes Rind. Es ist noch ein Kälbchen und hält sich nicht bei den anderen in der großen Herde auf, vielmehr hat es einen Sonderplatz mit viel grünem Gras ergattert.  ­Bei genauer Betrachtung fällt mir auf, das Kälbchen hat hellblaue Augen unter seinen langen weißen Wimpern. Eine wirklich seltene Spielart der Natur, ich bin sofort begeistert und muss dieses Kälbchen zum Tier des Tages küren. Die Begegnung erinnert mich ein bisschen an mein Treffen mit dem blauäugigen Pferd (siehe 43. Tier) vor einigen Tagen. Die Reise entwickelt sich mehr und mehr zur Tour der blauäugigen Tiere. Mal sehen, was noch so auf uns zukommt. Vielleicht treffe ich ja auch einen Pinguin mit blauen Augen, wenn wir denn mal endlich im Süden Argentiniens ankommen.

Martina Hirschmeier beliebt

Was für ein Doppelpack: Martina Hirschmeir trifft auf ein zahmes Lamm und Rehkitz.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

52. Tier: Boten des Frühlings

Wir sind noch immer im Süden Argentiniens unterwegs, um endlich zur Halbinsel Valdes zu gelangen, wo wir uns erhoffen, frei lebende Pinguine anzutreffen. Wie ich Euch gestern ja schon erzählt habe, hatte ich eine entzückende Begegnung mit einem zutraulichen Rehkitz an einer Raststätte. Und ich habe ja schon drauf hingewiesen, dass das Kitz einen kleinen, ebenfalls sehr süßen Freund hat: ein kleines Schäfchen. Das Lamm ist ebenfalls unheimlich zutraulich und kann von meinen Stücken Brot gar nicht genug bekommen. Die beiden zusammen sind wirklich ein Bild für die Götter. Dabei haben es Schafe in Argentinien nicht immer einfach. Erst im vergangenen Sommer waren sie groß in den Medien. Als im Juni der chilenische Vulkan Puyehue ausbrach, kämpfte die ganze Region mit einer riesigen Aschewolke. Die knapp zwei Millionen Schafe des Landes waren sowieso schon durch mehrere trockene Jahre geschwächt. Hinzu kam nun die Aschewolke und der viele Schnee, auf der Südhalbkugel herrscht ja im Juni Winter, der es ihnen fast unmöglich machte Futter zu finden. Bauern verloren daraufhin eine große Anzahl ihrer Schafe. Doch von all dem ahnt unser kleines Lämmchen hier nichts. Und ich finde, was sind bessere Frühlingsboten als ein Kitz und ein Lamm?!

Lehrfilm Rehe in Argentinien

Martina Hirschmeier ist entzückt vom kleinen Rehkitz.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

51. Tier: Rehkitz zum Anfassen

Wir machen uns auf den Weg in den Süden Argentiniens, um endlich die heiß ersehnten Pinguine aus nächster Nähe sehen zu können. Die Wege sind weit in Argentinien – und so planen wir, zwei Tage lang nur zu fahren, um dann hoffentlich auf der Peninsula (Halbinsel) Valdes auf Pinguine zu treffen. Die Fahrt dauert ganz schön lang und wir machen Pause in einem „Parilla“ – so heißen die Restaurants, in denen in Argentinien hauptsächlich gegrillt wird. Wir sind uns nicht sicher, ob der Laden geöffnet ist und laufen um das Haus herum. Da begegnet mir das tollste Tier, das ich je gesehen habe: ein zahmes Rehkitz! Das Rehkitz ist so sehr an Menschen gewohnt, dass es zu uns kommt und sich wünscht, gestreichelt zu werden. Es ist ganz weich und zart und filigran, und wenn es sich erschreckt, läuft es ganz schnell weg. Es ist noch ein junges Tier, das kann man am Fell sehen: Es hat noch ganz viele weiße Flecken, wie Bambi! Noch viel bezaubernder ist die Art und Weise wie das Bambi mit seinem Freund spielt. Wer sein kleiner Freund ist, erfahrt Ihr erst morgen. Aber es sei garantiert: Er ist mindestens genauso niedlich wie das Rehkitz.

Schulfilm Geschichte

In ihren Händen hält Martina Hirschmeier einen großen Bestandteil der argentinischen Kultur.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

50. Tier: Geschichtsträchtiges Ei

Die Argentinier sind ein stolzes Volk. Sie sind stolz auf ihr Land, ihre Kultur und Geschichte. An diesem Stand kommen gleich alle drei Dinge zusammen: Im Land Argentinien leben Nandus – das sind die großen Laufvögel, die sehr viel Ähnlichkeit mit dem afrikanischen Strauß aufweisen und die ich euch bereits als Tier des Tages vorgestellt habe. Da sie etwas kleiner sind als afrikanische Strauße, legen sie dementsprechend auch etwas kleinere Eier. Solch ein Ei halte ich auf dem Foto in der Hand. Zur Kultur der Argentinier gehört es aber auch, Nandus zu essen. Für die Jagd benutzten sie früher sogenannte Boleadoras. Das sind Seile, die ähnlich wie ein Lasso funktionieren: Sie werden geschwungen und geworfen und mit sehr viel Geschick fängt man damit Nandus. Heutzutage nutzt man diese Boleadoras eher zur Dekoration ­– für heute also gleich drei Dinge auf einmal: Land, Kultur und Geschichte Argentiniens! Alles drei vereint in einem Bild mit Boleadora und Nandu-Ei.

Kreative Schulfilme

Martina Hirschmeier ist begeistert von der Kreativität der Einwohner Buenos Aires.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

49. Tier:  Argentinische Künstlerin mit Promi-Giraffe

Wir haben nach all der Natur in den vergangenen Tagen wieder mal das Bedürfnis nach Kunst und Kultur. Buenos Aires kommt da genau richtig! Denn die Stadt wirkt auf uns sehr kreativ und künstlerisch. Nicht nur, dass die Geschichte hier konserviert wird in Form von wunderschönen Kolonialbauten und in Form von öffentlichen Tangotänzen, sondern es finden sich auch moderne Einflüsse in dieser Stadt. Die Mode ist extravagant und elegant zugleich. Die Möbel sind Designklassiker mit modernen Einflüssen und die Kleinkünstler auf den Straßenmärkten bieten filigrane Arbeiten feil. Teilweise sind diese Arbeiten von der indigenen Urbevölkerung beeinflusst: Es gibt zum Beispiel sehr viel verschnörkelten Silberschmuck mit Edelsteinen, denen eine bestimmte Heilwirkung zugesprochen wird. Unser Tier des Tages hat nichts mit der indigenen Urbevölkerung zu tun, ist aber umso gelungener: eine Giraffe, aus Schaum! Und zwar nicht irgendeine Giraffe, sondern der hypochondrische Charakter Melman, bekannt aus den „Madagascar“-Animations-Filmen. Toll, dass wir auf diese Weise immer auch auf Tiere treffen, die in Südamerika eigentlich nicht vorkommen.

Lehrfilm Argentinien

Freudig erwartet Martina Hirschmeier die Begegnung mit einem echten Pinguin, bis dahin gefällt ihr auch der aus Holz.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

48. Tier: Ist endlich die ersehnte Begegnung mit einem Pinguin in Sicht?

Wir haben bald den nächsten Schritt unserer Expedition erreicht: Patagonien! Patagonien gehört im Westen zu Chile und im Osten zu Argentinien. Es ist der südliche Teil Südamerikas und endet mit der südlichsten Stadt der Welt: Ushuaia. Von hier aus fahren die Schiffe zu den Antarktis-Expeditionen ab. Und schon in Patagonien findet man riesige Gletscherfelder. Da es der südlichste Landstrich der Erde ist und knapp vor der Antarktis liegt, wird es hier ganz schön kalt. Der Vorteil: Pinguine fühlen sich bei der Kälte pudelwohl und kommen hier zahlreich vor. Endlich bin ich meinem großen Ziel, das ich ja gleich zu Beginn der Reise erwähnt habe, einen Schritt näher gekommen: einmal Pinguine in freier Natur zu sehen! Am Frankfurter Flughafen habe ich bereits einen Pinguin aus Stoff gefunden (siehe 1. Tier). Und hier, während eines Stopps in Buenos Aires, entdecke ich vor unserem Hotelzimmer einen Pinguin aus Holz. Ich halte das für ein sehr gutes Zeichen, dass sich mein Traum auf dieser Reise noch verwirklichen wird. Doch nun geht es erst mal in die Geburtsstadt des Tangos: nach Buenos Aires!

Martina Hirschmeier im TV

Martina Hirschmeier traut ihren Augen nicht: ein Octopus mit Schnabel!

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

47. Tier: Santiago de Chile: Erstaunlicher Oktopus und Auftritt im Fernsehen

Die Regisseurin wird vom chilenischen Fernsehen zu ihrer Expedition interviewt.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

Nach der Atacama-Wüste sind wir noch einmal in Santiago de Chile, da von hieraus der Flug nach Buenos Aires weitergehen wird. Wir nutzen die Zeit, um zu einer der Touristenattraktionen schlechthin in Santiago de Chile zu gehen: zum Fischmarkt. Hier werden Fische aus der Umgebung und von weit her verkauft. Überall riecht es nach geschmolzenem Eis und Fisch. Die Verkäufer preisen nach Leibeskräften ihre Ware an. Doch ein Stand zieht meine Aufmerksamkeit besonders auf sich. Hier gibt es ein Tier, von dem ich nie geahnt hätte, dass es das geben könnte: ein Oktopus mit Schnabel. Der Fischer zeigt mir seinen Fund und ist selber etwas erstaunt von dem, was er da in seinem Netz gefunden hat. Überrascht waren wir auch, als wir bei unserer Landung am Flughafen von einem chilenischen Kamera-Team empfangen wurden. Irgendwie hatte der Sender davon Winde bekommen, dass wir vor Ort Schulfilme drehen und auf der Suche nach 90 Tieren sind. Die Geschichte fanden sie so interessant, dass sie uns direkt bei der Ankunft mit Fragen zu den Tieren und wie überhaupt ein Schulfilm entsteht, löcherten. Es kommt mir jetzt noch irgendwie unwirklich vor, wenn ich daran zurückdenke, aber ich finde es toll, wenn wir andere Menschen mit unseren Themen begeistern können.

Lehrfilm Wüste

Martina Schlaumeier freut sich über die Entdeckung des chilenischen Straußes.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

46. Tier: Ein Vogel, der nicht fliegen kann

Nachdem wir schon afrikanische Strauße hier in San Pedro de Atacama gefunden haben, interessiert mich, ob es auch Laufvögel gibt, die hier heimisch sind. Und tatsächlich werde ich recht schnell fündig. Denn es gibt auch chilenische oder besser gesagt südamerikanische Strauße. Sie heißen Nandus und kommen in Chile, Argentinien, Paraguay, Uruguay, Brasilien und Bolivien vor. Sie lieben weite Ebenen und ihre Lebensräumen sind meist savannenähnlich. Im Gegensatz zum afrikanischen Strauß sind sie viel kleiner. Sie haben zwar größere Flügel – können aber trotzdem nicht fliegen, weil sie einfach zu schwer sind. Dafür steckt in den Flügeln eine ganz besondere Waffe: eine scharfe Kralle, mit der sie sich gut gegen Angreifer zur Wehr setzen können. Außerdem sind sie sehr gute Schwimmer und können bis zu 60 km/h schnell laufen. Beeindruckend! Für uns war es das erst mal aus der trockensten Wüste der Welt. Das Nandu ist somit das letzte Tier, das wir Euch aus der Atacama-Wüste vorstellen, denn gleich fliegen wir zurück nach Santiago de Chile