Martina Hirschmeier beliebt

Behutsam nähert sich Martina Hirschmeier dem kleinen Esel.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

45. Tier: Schüchternes Esel-Fohlen

Heute treffen wir das Tier, das bei den Bremer Stadtmusikanten ganz unten steht und somit die meiste Verantwortung trägt: einen Esel! „Du dummer Esel!“, „Du störrischer Esel!“ und „Packesel“ sind neben „Drahtesel“ und „Eselsohren“ alles Begriffe, die mir zunächst zu diesem grauen Vierbeiner einfallen. Doch weder wirkt dieses Esel-Fohlen dumm, noch störrisch, noch besteht es aus Draht und es ist auch nicht stark beladen. Es steht einfach da in seinem Käfig und ist eher schüchtern! Es ist so aufgeregt über unseren Besuch, dass es Zuflucht und Schutz sucht. Die Bäuerin verrät mir einen Trick, wie ich das Eselchen beruhigen kann. Sie sagt, ich solle ihm meine Hand ganz nah vor die Schnauze halten. Das mache ich. Daraufhin fängt der Esel an, seine Schnauze an meiner Hand zu verstecken und zu reiben. Das beruhigt ihn. Was ihn daran beruhige, frage ich die Bäuerin und sie sagt: „Das funktioniert so, wie ein Schnuller bei Kindern. Der Esel denkt, er würde an den Zitzen seiner Mutter saugen und beruhigt sich.“ Interessant – und bei mir kitzelt es!

Schulfilm Wüste

"Sind das lange Wimpern", denkt Martina Hirschmeier beim Anblick des Lamas.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

44. Tier: Schmusestunde mit Lamas

Lamas sind die Kamele Südamerikas: Sie können in der Wüste, mit Trockenheit und wenig Wasser überleben. Und im Gegensatz zu vielen anderen Tieren, die ich hier getroffen habe, sind sie überhaupt nicht scheu. Ganz im Gegenteil. Wir sind bei einer Bäuerin, die die Tiere hier in der Wüste hält und uns einlädt, dabei zu sein, wenn sie die Tiere füttert. Da sagen wir doch gerne zu und voller Vorfreude gehe ich mit ihr in den Stall – einen großen Berg Heu im Gepäck. Stürmisch begrüßen uns die Wüstenkamele und neben dem Mittagssnack nehmen sie auch mich genau unter die Lupe. Dabei sparen sie nicht mit Aufmerksamkeiten wie Lama-Küsschen und aufdringlicher Schubserei, um gestreichelt zu werden. Das ist süß, aber auch ganz schön Angst einflößend, denn schließlich sind die Tiere recht groß und ich habe ziemlich Respekt vor ihnen. Schließlich weiß man ja, dass Lamas spucken, um die Stellung in ihrer Gruppe zu bestätigen und ihr Revier zu verteidigen. Wie ich von der Bäuerin erfahre, ist es in diesem Fall aber keine Lama-Spucke, die man abbekommt, sondern hochgewürgter Mageninhalt – was die Sache nicht unbedingt angenehmer macht! Bin ich froh, dass sich mein Lama von mir nicht bedroht fühlt, sondern genüsslich sein Heu aus meiner Hand frisst. Übrigens, selten habe ich bei einem Tier so wundervolle Wimpern gesehen!

Wüste im Unterricht

Fasziniert betrachtet Martina Hirschmeier die blauen Augen des Pferdes.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

43. Tier: Schau mir in die Augen, Kleines!
An manchen Tagen, wenn ich mich auf die Suche nach meinen Tieren des Tages mache, ist es mir schon passiert, dass ich an einem besonderen Tier vorbeigelaufen bin und dann in letzter Sekunde erregt irgendeine Kleinigkeit meine Aufmerksamkeit. Heute ist wieder so ein Tag. Fast wäre ich an dem braun-weiß gescheckten Pferd vorbei gelaufen und dann sieht es mir in die Augen und ich bleibe wie gebannt stehen: Das Pferd hat blaue Augen! Unglaublich! Das habe ich vorher noch nie gesehen! Bei uns Menschen sind blaue Augen ja schon eine Besonderheit, gerademal acht Prozent der Menschheit hat blaue Augen. Was selten vorkommt, ist natürlich besonders begehrt. Keine Wunder also, dass viele Hollywood-Stars wie Brad Pitt, Cameron Diaz oder Jude Law als besonders attraktiv wahrgenommen werden. Sehr interessant ist jedoch: Der Grundton bei europäischen Menschen ist blau, daher haben fast alle Babys blaue Augen. Innerhalb des ersten Lebensjahrs sorgt der Farbstoff Melanin für eine Färbung der Iris. Bei manchen allerdings bleibt die blaue Farbe erhalten. Ähnlich wie bei meinem Tier des Tages von heute, das ich noch stundenlang bewundern könnte.

Unterrichtsmaterial Wüste

Fasziniert betrachtet die Moderatorin Frau Schlaumeier den Afrikanischen Strauß.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

42. Tier: Eine Majestät aus Afrika

Auch den heutigen Tag verbringen wir in San Pedro de Atacama. Und auch hier interessiert es mich wieder sehr, was für den Schutz der Tiere unternommen wird. Nach einer kurzen Recherche stoße ich recht schnell auf eine Auffangstation für misshandelte und illegal gehandelte Tiere. Das muss ich mir anschauen und mache mich sofort auf den Weg dorthin. Und wer weiß, auf welche Tiere wir dort treffen! Schnell wir deutlich, meine Hoffnung soll nicht enttäuscht werden. Und so kommt es, dass wir hier, mitten in der Wüste Chiles,  auf afrikanische Strauße treffen! Damit hätte ich jetzt aber wirklich nicht gerechnet. Die Vögel beeindrucken mich vom ersten Augenblick an. Sie sind sehr groß und scheinen mit jeder Pore ihres Körpers den Stolz über ihre afrikanische Herkunft auszustrahlen. Mit dem roten Boden unter meinen Füßen und dem Blick auf diesen riesigen Laufvogel gerichtet, fühle ich mich, als wäre ich mitten in der afrikanischen Savanne gelandet. Auch wenn die Strauße nun schon länger unter Menschen leben, sind sie noch immer scheu. Streicheln ist also nicht – und wenn man Straußen zu nah kommt, können sie auch ganz schön gefährlich werden. Immerhin ist der Afrikanische Strauß der größte Vogel der Erde. Also genieße ich diesen majestätischen Anblick aus sicherer Entfernung.

Martina Hirschmeier entdeckt

Ganz kleine Fliegen befinden sich im Schaum des Salzsees und dienen den Vögel zur Nahrung.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

41. Tier: Fliegen im Salz-Schaum

Wir lösen das Rätsel von gestern: Warum tauchen die bachstelzenartigen Vögel inmitten der trockensten Wüste der Welt plötzlich an einem Salzsee auf? Sie haben Futter gefunden! Und zwar Fliegen! Hier im Schaum des Salzsees scheint es Bakterien zu geben, von denen sich die Fliegen ernähren. Sie hängen richtig fest im Schaum und fliegen kaum. Das wiederum ist ein gefundenes Fressen für die Vögel! Für sie bedeutet der Schaum an diesem Salzsee einen reich gedeckten Tisch in der sonst so kargen Wüstenlandschaft. Für sie muss es sein, wie Weihnachtsgans, Osterschmaus und das erste Eis des Sommers zusammen. Schon erstaunlich zu sehen, dass das bisschen Wasser, was hier ist, direkt für Leben sorgt: Im Wasser entstehen Bakterien, die ernähren die Fliegen, die wiederum von Vögeln verzehrt werden. Wer wohl kommt, um die Vögel zu holen? Wir holen uns jedenfalls erst mal was zu trinken, denn wir können von dem Salzsee nicht trinken – und mir ist: trocken.

Schulfim Wüste

Eine Seltenheit: Frau Schlaumeier findet Wasservögel in einem Salzsee in der Atacama-Wüste.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

40. Tier: Flüchtige Vögel am Salzsee

Es ist ganz schön schwer, Tiere in der Wüste zu finden. Gestern waren wir im Tal des Mondes, im „Valle de la luna“ und im Tal des Todes, im „Valle de la muerta“. Und was soll ich sagen: Es ist so heiß und so trocken hier in der Atacama-Wüste, dass ich weder Pflanzen, noch Vögel, Schlangen oder irgendetwas gesehen habe. Noch nicht einmal Fliegen oder Mücken, einfach nichts. Hier wird mir so deutlich, wie wichtig Wasser für die Entstehung von Leben ist. Ich kann noch nicht einmal Wanzen unter Steinen finden. Wenn ich sie umdrehe, ist da einfach nichts. Diese Enttäuschung bringt mit sich, dass ich bei unserem heutigen Besuch am Salzsee ziemlich desillusioniert darüber bin, Euch Tiere aus der Wüste zeigen zu können. Und da plötzlich: ein Wunder! Vögel in der Wüste, am Salzsee! Sie sind eine Mischung aus Bachstelzen und Schwalben, sehr flink und scheu. Ich bin froh, dass wir noch schnell eine mit der Kamera einfangen können, bevor alle davonfliegen. Ich frage mich, was sie hier machen und entdecke den Grund, doch den bekommt Ihr erst morgen zu lesen!

Flamingos in der Wüste

Eine große Entdeckung von Frau Schlaumeier: Flamingos in der Atacama-Wüste in Chile.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

39. Tier: Pinke Wunder aus der Wüste

In der Atacama-Wüste leben neben den Lamas auch Flamingos. Ja, tatsächlich Flamingos, die wir eigentlich nur aus Gebieten kennen, wo es viel Wasser gibt. Doch die Atacama-Wüste verfügt über den größten Salzsee Chiles: den  Salar de Atacama. Er besteht aus heißen Thermalquellen, Geysiren und ganz in der Nähe sogar Vulkanen.  Diese Salzseen entstehen, wenn es in der Wüste regnet. Der Regen schwemmt die Mineralien aus dem Boden nach oben. Zusammen mit dem Wasser, das nicht verdunstet, bildet sich dann ein Salzsee. Wir befinden uns ungefähr 50 Kilometer vom Salar de Atacama entfernt, in San Pedro de Atacama. Hier ist es leider nicht mehr so idyllisch, wie es noch vor einigen Jahren war. Touristen aus allen Herrenländern haben die Oase für sich entdeckt – was dazu führt, dass die kleine Oase ganz schön überfüllt ist. Überall gibt es Unterkünfte, Restaurants, Souvenirläden und auch Touren zu den Sehenswürdigkeiten. Die scheuen Flamingos flüchten dann meist recht schnell, wenn sich wieder ein Bus voller Touristen ihrer Wasserstelle nähert. Da ich keine Lust habe, diese wundervollen Vögel ebenfalls in ihrer natürlichen Umgebung zu stören, gebe ich mich heute mit einer Zeichnung vom Tier des Tages zufrieden. Für mich Beweis genug, für das pinke Wunder aus der trockensten Wüste der Welt.

Atacama Wüste im Unterricht

Martina Hirschmeier ist entzückt vom Guanako-Lama-Fohlen in San Pedro de Atacama.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

38. Tier: Das Guanako-Lama-Fohlen in San Pedro de Atacama

Für unseren Lehrfilm über das Leben in der Wüste reisen wir in die trockenste Wüste der Welt: in die Atacama-Wüste. Hier regnet es so wenig, wie nirgendwo sonst auf der Welt. Und das spüren wir sofort, als wir aus dem Flieger steigen. Es ist so trocken, dass einem der Atem stockt. Die Schleimhäute fühlen sich an, als würden sie sich nach jedem bisschen Feuchtigkeit sehnen und viele Leute bekommen hier aufgrund dessen Nasenbluten. Die Haut wünscht sich nichts mehr als eingecremt zu werden und ich habe noch nie in meinem Leben gemerkt, wie sehr sich die Haut entspannt, wenn sie endlich Feuchtigkeit bekommt. Wir trinken hier am Tag locker einen 5-Liter-Kanister zu zweit. Und nicht nur wir Menschen sind durstig, sondern auch dieses wahnsinnig niedliche Guanako-Lama-Fohlen, dem ich die Flasche geben darf. Das Fohlen heißt Pedro und wird von seinem Halter, dem Bauern José in die Stadt nach San Pedro de Atacama geführt. San Pedro de Atacama ist eine Oase und daher haben sich hier schon vor einigen Tausend Jahren Menschen angesiedelt. Schon immer wurde hier Handel betrieben, doch heute geht es nicht um den Verkauf des niedlichen Vierbeiners, sondern um die Fütterung. Ich darf ihm die Flasche geben und bin ganz hin und weg von den großen Augen und dem weichen Fell – am liebsten würde ich Pedro einpacken und Euch mitbringen!

Chile im Lehrfilm

Die Moderatorin Martina Hirschmeier besucht einen Straßenhund an seinem lauschigen Plätzchen in einer Hecke.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

37. Tier: Entspannte Vagabunden im sonnigen Chile

Im Gegensatz zum Wetter in Deutschland erfreuen wir uns hier gerade an heißen Temperaturen und ungefähr 15 Stunden Sonne am Tag. Der Grund: Hier ist es zurzeit Sommer! Tagsüber heizt sich der Teer auf den Straßen sehr auf, doch das Wasser bleibt kalt. Das liegt wohl am kalten Humboldt-Strom, der von der Antarktis hier hereinströmt. Bei einem unserer Rundgänge durch die Straßen fällt mir etwas auf: Hier gibt es zahlreiche Straßenhunde. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Ländern und Städten sehen die Straßenhunde wohlgenährt und sehr gepflegt aus. Überall, wo man hinschaut, liegt der ein oder andere sehr entspannte Hund. Mich erinnern sie an die Seehunde auf Galapagos – entspannt und friedlich leben sie in ihren Tag hinein. Ganz besonders niedlich fand ich dieses Exemplar, das wir mitten in einer Gartenhecke gefunden haben. Die Hunde sind übrigens so entspannt, dass man fast auf sie tritt, wenn man nicht aufpasst. Leider hat das freie Hundeleben auch eine nicht so schöne Begleiterscheinung: Hundekot! Diese Tretminen liegen überall, denn wenn die Hunde keinem gehören, kümmert sich auch keiner um den „Rest“. Doch abgesehen davon finde ich es toll, dass die Hunde auch ohne ein Herrchen so ein gutes Leben führen können. Die aufgewärmten Straßen im Sommer bieten dazu noch einen wärmenden Untergrund und machen ihr Leben richtig gemütlich. Wer braucht da schon ein Körbchen!

Martina Hirschmeier begeistert

Martina Hirschmeier bewundert die Wandmalereien, mit denen dIe Einwohner Valparaisos ihre Hauswände schmücken.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

36. Tier: Die Katze auf der Wand in Chile
Bereits gestern habe ich aus Valparaiso (deutsch: Paradiestal) berichtet, und auch heute kann ich mich den Reizen dieses wunderschönen Ortes nicht entziehen. Denn der Name verspricht nicht zu viel, es ist ein Paradies! Der natürliche Hafen war einst der größte Hafen Südamerikas, bis der Panamakanal gebaut wurde. Einen besonderen wirtschaftlichen Boom erlebte dieses Fleckchen Erde zu Zeiten des Goldrausches. Italiener, Spanier, Franzosen und Deutsche hatten sich hier niedergelassen, um vom teuren Edelmetall zu profitieren. Valparaiso war der wichtigste Dreh- und Angelpunkt in Südamerika. Das Gletschereis, welches man in Patagonien abschlug, um es nach Kalifornien für Cocktails und andere Drinks zu transportieren, wurde hier zwischengelagert. Die Händler nutzen den Aufenthalt, um ihre Vorräte aufzufüllen und nebenbei neue Geschäfte abzuschließen. Die ständigen wechselnden Schiffe und das strahlende Meer schenken den Einwohnern von Valparaiso Inspiration. Seit jeher benutzten sie die Schiffsfarbe aus dem Hafen um ihre Häuser zu verschönern – und diese Katze hier auf der Wand gehört zu einem Graffiti, von dem es scheinbar Tausende gibt. Fast jedes Haus ziert eine wunderschöne Wandmalerei. Diesmal also kein echtes Tier, sondern ein gemaltes: die Wandkatze aus Valparaiso.