Martina Hirschmeier erfreut

Frau Schlaumeier entdeckt auf den Galapagos-Inseln einen Seehund, der es sich auf einer Bank gemütlich gemacht hat.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

25. Tier: Verliebt in den schlafenden Schnauzbart

Schon seit Kindesbeinen an kenne ich die Galapagos-Inseln aus dem Fernsehen. Live mit Heinz Sielmann habe ich fasziniert zugeschaut, was für außergewöhnliche Tiere dort leben. Jetzt sitze ich im Flieger der Aero Gal und kann es kaum fassen: Gleich werden wir tatsächlich den Boden der Insel betreten, die Charles Darwin dazu gebracht hat, seine Vererbungslehre zu entwickeln. Die Galapagos-Inseln empfangen uns mit tropischer Wärme, es ist direkt sehr viel heißer als in Quito, die Sonne brennt und der dunkle Boden tut sein Übriges. Direkt nach unserer Ankunft zieht es uns zum Strand und ich bin direkt verliebt: Die Seehunde auf Galapagos oder Lobos Marinos, wie sie hier heißen, sind unfassbar niedlich. Ich kann mich gar nicht sattsehen. Sie liegen am Strand, unter Booten, sind im Wasser, spielen miteinander und gehen manchmal sogar in der Stadt spazieren. Da kann es vorkommen, dass man neben einem Seehund auf der Promenade von St. Christobal entlangläuft. Die Seehunde laufen zwar etwas ungelenk, aber das macht es umso niedlicher. Dieses Exemplar hier hat sich auch auf den Weg in die Zivilisation gewagt und sich doch tatsächlich auf einer Bank an der Promenade niedergelassen. Er lässt sich durch nichts stören bei seinem kleinen Nickerchen. Die Tiere auf Galapagos sind es gewohnt, dass Menschen um sie herum sind und ihnen nichts tun. Man sollte sie nur nicht anfassen – auch wenn man es noch so gerne wollte. So halte ich mich zurück und freue mich tierisch über meinen Fund.

Mafia in Medellin

In Bogotá erfährt Frau Schlaumeier: Statt illegale Ware für die Mafia, verkaufen die Einwohner nun diese Vögel an Touristen.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

24. Tier: Vögel gegen die Mafia

Heute ist unser zweiter Tag in Medellin, wir sind auf der Suche nach etwas Kulturellem und landen im Museum von Fernando Botero. Der Maler und Bildhauer ist einer der erfolgreichsten Künstler Kolumbiens und weltberühmt für seine Bilder von besonders großen und dicken Menschen und Tieren. Hier in seiner Heimatstadt Medellin zeigt das „Museo de Antioquia“ eine der größten Botero-Ausstellung des Landes. Auf dem Vorplatz, dem Plaza Botero, des Museums entdecken wir nach unserem Rundgang noch mehr Tiere. Doch ich meine nicht die überdimensionalen Bronzestatuen des Künstlers, sondern die filigranen und aus Plastik gefertigten. Nachdem die Mafia in vor Ort gut unter Kontrolle gebracht war, benötigten viele Menschen in der Stadt eine neue Einnahmequelle, so begannen sie, Vögel aus Kunststoff herzustellen und diese an Touristen zu verkaufen. Mit Bildern von Tieren hat unser heutiger Tag begonnen und mit einem Symbol für das Leben nach der Mafiaherrschaft endet er.

Kaffeeanbau in Kolumbien

Martina Hirschmeier ist beeindruckt wo Tiere überall weiden können - in Ciha werden die Kühe einfach am Straßenrand befestigt.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

23. Tier: Die Kuh auf der Straße in Ciha

Auch eine sieben Millionen Stadt, wie Bogota hat ländliche Vororte: Wir besuchen Freunde in Ciha. Hier sieht es aus wie eine Mischung aus Alpen, Mittelmeer, Portugal und Tropen. Tolle hohe Berge umranden das Städtchen, die Straßen sind den lehmigen Landstraßen in Portugal sehr ähnlich, verbaut wurden die typischen gelben Steine, die wir von der Costa Brava in Spanien kennen und oben auf dem Berg thront eine Kirche, die blau und weißer nicht schöner in Griechenland stehen könnte. Beeindruckend ist auch die Fauna vor Ort: Die Bäume sind sehr groß und überall wachsen Blumen. Es riecht fantastisch nach Eukalyptus und Zedern. Wir spazieren so umher und da sehe ich etwas Erstaunliches: eine Kuh! Eine Kuh angeleint auf der Straße am Grünstreifen. Und ein bisschen weiter noch eine und noch eine. Die Bauern bringen ihre Kühe jeden Tag entweder auf die Weide oder an den Straßenrand, wo sie sich am satten Grün bedienen. Abends werden sie wieder abgeholt und gemolken.

Himmelbett für Tauben

22. Tier: Die Ratten der Lüfte erobern Bogota

Hier in Bogota, der Hauptstadt Kolumbiens, leben auf dem Marktplatz gigantisch viele Tauben! Ich habe noch nie so viele Tauben auf einmal gesehen und der Blick auf die kleinen Geschäfte rund um den Platz, erklärt auch wieso: Ältere Damen bieten in Plastiktütchen verpackten Mais an. Diese Tüten verkaufen sie an Touristen, die die Tauben damit füttern. Ohne natürliche Feinde, in sehr mildem Klima und mit niemals versiegendem Nahrungsnachschub überleben diese Tauben, oder Palomas, wie sie auf Spanisch heißen, ganz problemlos. Doch so angenehm, wie die Situation für die Tauben auch sein mag, die Menschen tun sich nicht unbedingt einen Gefallen mit dem Füttern: Tauben übertragen beispielsweise mehr Krankheiten als Ratten. Kein Wunder also, dass sie auch „Ratten der Luft“ genannt werden. Mich interessiert viel eher, die soziale Situation der älteren Frauen, die den Mais verkaufen. Wenn sie sich bei den Tauben mit Krankheiten anstecken, fehlt ihnen am Ende garantiert das Geld, um einen Arzt aufzusuchen. Eine schlimme Situation, die von den Touristen nicht unterstützt werden sollte. Ich mache diesmal eine Ausnahme und lasse mich nicht mit den Tauben ablichten, da ich das komplette Taubenfütterungssystem nicht unterstützen möchte.
Insgesamt wirkt Bogota ruhiger als ich es mir vorgestellt habe: es gibt Busse, Straßen, Cafés und Restaurants. Tagsüber scheint es vollkommen in Ordnung zu sein, über die Straßen zu laufen, allerdings wird immer wieder davor gewarnt, abends rauszugehen, denn Überfälle stehen hier auf der Tagesordnung.

Versteckt? Entdeckt!

So faulenzen möchte Frau Schlaumeier auch, aber sie sucht spannende Lehrfilm-Beiträge.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

21. Tier: Der sonnenhungrige Leguan

Auf unserer Reise durch die Kaffeeregion Kolumbiens verschlägt es uns nach dem Besuch bei der Plantage vor einigen Tagen nun zu einem Hersteller in Medellin. Die Firma Colcafé stellt hier aus den Kaffeebohnen Instantkaffee her und beliefert damit die ganze Welt. Wieder einmal sind wir sehr beeindruckt, wie einflussreich der Handel mit Kaffee ist. Außerdem beeindruckt uns die Stadt Medellin. Denn im Unterschied zu anderen kolumbianischen Städten ist hier alles sehr gut in Schuss, Straßen, Häuser und große Gebäude. Den Wohlstand brachte in den 80er Jahren das  Medellin-Kartell. Unter der Führung Pablo Escobar baute diese Drogenmafia einen riesigen Kokainhandel auf, der Absatzmärkte in den ganzen USA unterhielt. Nach dem Tod Escobars 1993 löste sich das Kartell auf. Das damalige Geld der Stadt wurde unter anderem in einen botanischen Garten investiert, den ich besuche, um mein heutiges Tier des Tages zu finden. Ich muss auch gar nicht lange suchen und bin schon bald von dem Anblick eines grünen Leguans gefesselt. Er liegt gemütlich auf einem Baum und heizt seinen Körper in der Mittagssonne auf. Das würde ich jetzt auch gerne machen, aber uns ruft schon die nächste Stadt und das nächste Tier des Tages.

Martina und die Schildkröte

In ihren Händen hält die Reporterin Martina Hirschmeier 200 Millionen Jahre Evolutionsgeschichte.

Foto: Dr. Markus Hirschmeier

20. Tier: Das älteste Wirbeltier der Welt

Bereits gestern in der Auffangstation für Exoten, die verkauft werden sollten, habe wir uns mit dem Thema außergewöhnliche Haustiere beschäftigt, und was dieser Wunsch für die in Freiheit lebenden Tiere bedeutet: Sie werden ihrer natürlichen Umgebung entrissen, oft misshandelt, damit sie nicht flüchten können und dann ins Ausland verschifft, um dort in irgendeinem Käfig oder Aquarium zu enden, wenn sie nicht schon auf dem Weg gestorben sind.  Umso schöner finde ich es, heute auf ein Haustier zu stoßen, das zwar auch als Exot gilt, aber offiziell gezüchtet werden darf. Schildkröten faszinieren durch ihre Langsamkeit, ihren Panzer und die großen Augen. Was gerne vergessen wird: Mit ihrem gemütlichen Lebenswandel haben sie es geschafft, bereits seit 200 Millionen Jahren die Erde zu bevölkern. Damit sind sie die ältesten Wirbeltiere unseres Planeten. Wer sich überlegt, so ein Tier anzuschaffen, sollte unbedingt genau auf den Händler achten. Denn auch hier gibt es immer wieder schwarze Schafe, die versuchen illegal eingeführte Tiere zu verkaufen. Meine kleine Schildkröte von heute, die ich in Kolumbien treffe, weckt meine Vorfreude auf Galapagos. Dort hoffe ich, schon ganz bald auf die berühmten Riesenschildkröten in freier Wildbahn zu treffen. Drückt mir die Daumen!

Tuk, Tuk, Tukan

Martina Hirschmeier alias Frau Schlaumeier bestaunt den großen Schnabel des Tukan.19. Tier: Tukan in der Auffangstation für illegal gehandelte Exoten

In Kolumbien findet man einen Artenreichtum, der seinesgleichen sucht. Das Land im Norden Südamerikas ist voller tropischer Vielfalt. In den Wäldern Kolumbiens leben Tiere, die manch einer gerne häufiger sehen möchte, als nur beim Besuch im Zoo oder bei einer Wanderung während eines Urlaubs. Viele reizt die Vorstellung, einen tropischen Vogel oder eine seltene Schildkröte im eigenen Wohnzimmer zu haben. Und für diese außergewöhnlichen, meist vom Aussterben bedrohten Tierarten, sind sie bereit viel Geld zu bezahlen. Doch der Handel mit Exoten ist verboten. Heute besuchen wir ein Heim, wo Tiere untergebracht sind, die illegal verkauft werden sollten. Die Tiere haben hier ein neues Zuhause gefunden und werden versorgt, da sie allein in der freien Natur nicht mehr überlebensfähig sind. Den Vögeln beispielsweise wurden von den Wilderern die Flügel gestutzt, damit sie nicht mehr fliegen können. Meine Aufmerksamkeit zieht ein kleiner grüner Tukan auf sich. Bemerkenswert, wie groß sein Schnabel im Vergleich zum restlichen Körper erscheint. Mit seiner  „Greifzange“ erreicht er besonders gut seine Lieblingsnahrung: Beeren und Früchte.

Enten in Kolumbien

Beim Anblick der Enten in Kolumbien werden bei Martina Hirschmeier Kindheitserinnerungen wach.18. Tier: Temperamentvolles Geflügel

Wenn ich heute Enten sehe, erinnert mich das sofort daran, wie viel Spaß es mir als Kind gemacht hat, sie zu füttern. Ich habe mit meinen Eltern extra getrocknetes Brot aufbewahrt und dann haben wir damit die Enten im Hertener Schlosspark gefüttert. Seltsamerweise sind heutzutage sowohl in Herten als auch in Köln viele Enten von Graugänsen vertrieben worden. Wirklich schade! Denn die kleinen Gefieder-Tiere sind immer ein netter Anblick auf dem Wasser. Vor allem im Frühjahr, wenn sie ihren Küken das Schwimmen beibringen und dann die gesamte Kinderschar dem Muttertier in einer Reihe hinterher schwimmt. Dabei können die Tiere auch ganz anders: Es gibt zahlreiche Untersuchen darüber, dass Erpel, also männliche Tiere, ein hohes Gewaltpotenzial aufzeigen. Im Hormonrausch kann es passieren, dass sie weibliche Enten vergewaltigen oder Gegner, die ebenfalls um dasselbe Weibchen werben, im Kampf töten. Hat sich dann aber mal ein Paar zusammengetan, sind sich die Tiere meist bis zu ihrem Lebensende treu. Ganz schön temperamentvoll und romantisch also. Wollen wir mal hoffen, dass die Enten, denen wir in Kolumbien begegnen, ebenfalls ihren Erpel fürs Leben finden, und zwar ohne Blutvergießen.

Faszination Schmetterling

17. Tier: Der Verwandlungskünstler

Geradezu verzaubert ist Martina Hirschmeier von der Entwicklung einer Raupe bis zum Schmetterling.In Kolumbien gibt es sehr viele verschiedene Schmetterlinge – die Tropen bieten ein ideales Umfeld für eine große Artenvielfalt. Es gibt für sie sogar sogenannte Mariposerias, Schmetterling-Parks, in denen unterschiedliche Pflanzen stehen. Auf diese Weise soll ihre Vermehrung gefördert werden. Die Raupen futtern sich den lieben langen Tag durch das satte Grün des Landes, um sich dann zu verpuppen. In ihrem Kokon geschieht dann das Wunder dieser hübschen Tiere: Sie lösen sich komplett in Flüssigkeit auf, um sich anschließend einige Wochen später als wunderschöner Schmetterling zu entfalten. In einem Buch von Deepak Chopra habe ich gelesen, dass für ihn dies eines der Wunder der Erde ist – für mich auch – manifestiert in diesem orange-schwarzen Schmetterling.

Kühe in den Tropen

16. Tier: Die Kuh neben der Kaffeeplantage

Martina Hirschmeier entdeckt eine Kuh am Rande der Kaffeeplantage in Kolumbien.Unser Schulfilm über den Kaffeeanbau in Kolumbien führt uns nach Salento, einer Andenstadt, die zu der Kaffeeregion gehört. In dieser Region wird der Kaffee noch traditionell in kleinen Farmen angebaut. Ja, richtig – neben den großen Kaffeekonzernen gibt es hier auch noch die Klein- und Kleinstbauern, die die rote Bohne anbauen und nach der Ernte an weiterverarbeitende Betriebe verkaufen. Den Vertrieb bis zum Supermarkt übernehmen wieder andere. Wir treffen einen 75-jährigen Kaffeebauern, der sein Wissen rund um die gute Bohne mit uns teilt. Wir gehen gemeinsam durch die Plantage und er zeigt uns, wie er den Kaffee röstet. Danach gehen wir wieder zurück in Richtung Salento, auf dem Weg treffen wir eine Kuh! Sie weidet vor den Bananenbäumen, die zum Schutz der Kaffeepflanzen angebaut werden.